Eine Kunst ohne Gesicht ist am Ende nur ein Objekt.

Man hat oft das Gefühl, dass sich jemand gerne hinter der Marke versteckt, weil man nicht das Gefühl hat, dass man selbst das überschatten darf.

Dieser Satz aus dem PR Karussell-Podcast von Henrike Redecker traf mich mitten in eine alte Wunde. Ich habe ihn dreimal gehört. Dann nochmal.

Ich bin Maskenbildnerin. Mein Beruf ist es, Identitäten zu erschaffen. Ich helfe Menschen, in ihre Rollen zu schlüpfen, ich forme Gesichter, ich mache aus einem Menschen eine Figur. Das ist meine Arbeit. Und ich liebe sie.

Aber während ich jahrelang Identitäten für andere erschuf, habe ich meine eigene sorgfältig versteckt.

Die professionelle Fassade

Auf Social Media habe ich ausschließlich meine Arbeit gezeigt. Das fertige Werk. Den perfekten Abschluss. Keine Zwischenschritte, keine Fehler, keine Momente des Zweifelns. Ich dachte, das sei Diskretion. Professionalität. Meine Arbeit sollte für sich selbst sprechen.

Und tief darunter steckte ein anderer Gedanke, den ich lange nicht aussprechen wollte: Ich darf meine Arbeit nicht durch mich überschatten. Als wäre ich das Problem. Als wäre meine Persönlichkeit eine Störung im System.

Es war bequem. Wer nur das fertige Werk zeigt, ist unantastbar. Niemand kann dich kritisieren, wenn du dich nicht zeigst.

Der Moment, in dem es nicht mehr funktionierte

Irgendwann fiel mir auf, dass die Anfragen, die mich wirklich begeisterten, nicht über mein Portfolio kamen. Sie kamen über Gespräche. Über Momente, in denen ich etwas gesagt hatte, das jemandem nicht aus dem Kopf ging. Über einen Nebensatz, der mehr über mich verriet als hundert makellose Fotos.

Die Menschen, mit denen ich wirklich gerne arbeite, haben mich nicht wegen meiner Technik gebucht. Sie haben mich gebucht, weil sie wussten, wie ich denke. Weil sie gespürt haben, ob wir die Welt ähnlich sehen.

Das Portfolio hatte sie neugierig gemacht. Aber ich hatte sie überzeugt.

Vom Produkt zum Menschen

Das gilt weit über die Maskenbildnerei hinaus. Wir spüren das auch in der PR: den klaren Shift von Produkt-PR zu personenbezogener PR. Menschen suchen nicht die perfekte Oberfläche. Sie suchen die Geschichte dahinter. Den Menschen, der dahinter steht.

Natürlich zählt das Produkt. Natürlich zählt die Qualität der Arbeit. Aber wer heute nur sein Werk zeigt und sich selbst zurückhält, verschenkt den stärksten Teil seines Auftritts.

Eine Kunst ohne Gesicht ist am Ende nur ein Objekt. Und Objekte sind austauschbar.

Du nicht.

Versteckst du dich hinter deiner Arbeit? Schreib es in die Kommentare.

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