Zwei Stunden hat die Suche nach dem einen Foto gedauert. Dann noch der Schriftzug darüber, in Canva, in genau der richtigen Schrift, exportiert als JPG, hochgeladen in den Baukasten. Die Startseite sieht endlich so aus, wie sie sich anfühlen soll.
Für deine Augen ist alles da. Für eine Suchmaschine und für jede Besucherin, die mit einem Screenreader unterwegs ist, existiert dieses Bild unter Umständen gar nicht. Das liegt an zwei technischen Details, die kein Baukasten dir erklärt, während du klickst.
Ein Hintergrundbild ist für Google Dekoration
Im Webdesign gibt es zwei Sorten Bilder. Echte Bilder stehen als eigenes Element im HTML-Code, dort, wo auch dein Text lebt. Hintergrundbilder dagegen hängen im CSS, also in der Schicht, die nur fürs Aussehen zuständig ist. Für Suchmaschinen und Leseprogramme ist ein Hintergrundbild semantisch wertlos, es zählt als reine Dekoration und wird schlicht übergangen.
Viele Baukästen legen dir genau diesen Weg nahe, weil sich Hintergrundbilder so bequem hinter Textfelder schieben lassen. Solange das Foto wirklich nur Stimmung macht, ist das in Ordnung. Sobald es etwas aussagt, dich zeigt, dein Produkt, deinen Arbeitsraum, gehört es als echtes Bild-Element auf die Seite. Nur dort kannst du ihm einen Alternativtext mitgeben, den sogenannten Alt-Text: ein, zwei Sätze, die beschreiben, was zu sehen ist. Google liest sie. Und eine blinde Besucherin hört sie und weiß, was alle anderen sehen.
Dein Slogan besteht aus Pixeln
Der zweite Fehler passiert aus Bequemlichkeit und sieht dabei besonders gut aus: Der Slogan, das Angebot oder die Kontaktinfo wird direkt ins Bild geschrieben, in Canva oder einem anderen Grafikprogramm, und als fertige Grafik hochgeladen. Was du liest, ist für die Maschine unsichtbar. Suchmaschinen und Screenreader können Text in einer Grafik nicht lesen, sie sehen bunte Pixel und sonst nichts. Der Satz, an dem du am längsten gefeilt hast, kommt bei Google nie an.
Die Lösung kostet dich nichts außer einer neuen Gewohnheit: Lade das Foto ohne Schrift hoch und leg den Text mit den Werkzeugen deines Baukastens darüber. Jeder Baukasten kann das, ob Textfeld über dem Bild oder Overlay-Funktion. So landet dein Slogan im HTML-Code, wo er auffindbar ist, mitgelesen wird und sich nebenbei auf jedem Handy sauber skaliert, statt als Pixelbrei zu verschwimmen.
Was hinter den Kulissen lesbar ist, arbeitet für dich
Beides zusammen, echte Bild-Elemente mit Alt-Text und echter Text statt Textgrafiken, ist das günstigste SEO-Werkzeug, das du hast. Es kostet keine Agentur, kein Plugin und kein Abo, nur den Blick hinter die Oberfläche. Und es entscheidet mit darüber, ob deine Seite gefunden wird und wer sie nutzen kann.
Klick dich einmal durch deine Startseite und frag bei jedem Bild: Sagt es etwas aus oder macht es Stimmung? Steht irgendwo Text, der fest in eine Grafik eingebacken ist? Das Foto, nach dem du zwei Stunden gesucht hast, hat mehr verdient als schön auszusehen. Gib ihm einen Platz im Code und eine Beschreibung. Dann sehen es endlich alle, auch die, die nicht sehen.
Schreibe einen Kommentar