Die Zukunft wird gerade programmiert. Sorgen wir dafür, dass wir den Code schreiben.

Es war letzten September auf der Startup Woche Düsseldorf, bei einem Event, das vom BPW Düsseldorf e.V. mitorganisiert wurde. Ich saß im Publikum und hörte Katrin Kremer zu, der Gründerin von WOMEN AI.

Was sie sagte, traf einen Nerv. Es ging um Künstliche Intelligenz, aber nicht auf die übliche, technisch-kühle Weise. Katrin sagte etwas, das mir seither nicht mehr aus dem Kopf geht: „Wir dürfen KI nicht nur als Tool sehen, sondern als Hilfe für Transformation.“

In diesem Moment klickte es bei mir. Wir stehen an einer gewaltigen Schwelle. KI verändert gerade jeden Aspekt unserer Arbeit. Doch die Realität sieht oft so aus: Die Jobs, die durch KI ersetzt oder stark verändert werden, werden häufig von Frauen ausgeführt. Aber in den Leadership-Positionen, dort, wo entschieden wird, wie diese KI eingesetzt wird und welche Werte sie lernt, sitzen größtenteils Männer.

Wenn wir nicht aufpassen, digitalisieren wir gerade die alten Strukturen. Wir laufen Gefahr, dass die Zukunft ohne unsere Perspektive programmiert wird.

Vom „Können“ zum „Anspruch“ (Was die Wissenschaft sagt)

Warum passiert das immer wieder? Warum überlassen wir das Feld der Technik oft anderen? Es liegt nicht an mangelndem Können. Es liegt an tiefsitzenden Mustern.

Eine faszinierende Studie von Krista Lewellyn und Maureen Muller-Kahle („The Corporate Board Glass Ceiling“) beschreibt das Phänomen der „Gender Schemas“ – kognitive Schubladen, die uns diktieren, wer führt und wer folgt. Diese alten Bilder sind mächtig. Aber die Studie zeigt auch den Ausweg: Economic Empowerment.

Die Forscherinnen fanden heraus, dass Frauen, die Zugang zu Ressourcen und wirtschaftlicher Macht erlangen, einen entscheidenden psychologischen Shift erleben. Sie fühlen sich nicht mehr nur „fähig“ (capable), sondern „berechtigt“ (entitled), zu führen und Entscheidungen zu treffen.

Dieses Wort ist der Schlüssel: Berechtigung. Technologische Kompetenz ist heute die härteste Währung für diese Berechtigung. Wer die Technologie versteht, wartet nicht auf Erlaubnis. Er – oder besser: sie – gestaltet.

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